Zuckerfrei, geht das wirklich? Testbericht

Zuckerfrei? Geht das wirklich?

Du. Musst. Niemals. Alles. Sofort. Umstellen.

  • Krebs
  • Müdigkeit
  • Angina Pectoris
  • Unreine Haut
  • Bluthochdruck
  • Verdauungsprobleme
  • Arthritis
  • Pilzerkrankungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Vitalstoffmangel
  • Arteriosklerose
  • Schlaganfall
  • Depressionen
  • Multiple Sklerose
  • Haarausfall
  • Alzheimer
  • Übergewicht
  • Sehstörungen
  • Diabetes
  • Karies
  • Bauchspeicheldrüsenschwäche

Die Volksdroge Nummer eins: Zucker.

Mit einem Schlag verringerte ich mein persönliches Risiko aller oben genannten Krankheiten. Im November 2016 hörte ich auf, isolierten Zucker zu mir zu nehmen. Ich habe es nicht geplant, sondern einfach getan.

Ich hatte dem Glimmstängel abgeschworen, warum dann nicht dem Zucker? Wie schlecht das Rauchen ist, weiß jeder, insbesondere die Raucher selbst. Zucker wird verharmlost, dabei kann er genauso tödlich enden wie Rauchen. Er macht genauso süchtig!

Du glaubst du bist nicht zuckerabhängig? Dann lass ihn eine Woche weg, einfach so. Wenn du das schaffst, bist du wahrscheinlich echt nicht (mehr) zuckersüchtig. Oder du hast die versteckten Zucker übersehen.

Mein Anti-Lieblingssatz: In Maßen sei Zucker in Ordnung. Wenn ich in Maßen Spülwasser trinke, ist das ok? Das ist, als wäre ich ein bisschen schwanger. Es ist auch völlig Banane, ob ein Raucher eine Kippe am Tag oder drei Schachteln raucht – jede einzelne Zigarette ist Gift für den Körper. Jedes Gramm Zucker auch. Wenn du in Maßen Gift genießt, wirst du nur in Maßen fit sein.

Zucker macht hässlich und fett.

Der Horror vom Zucker ist, dass er dem Körper Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium entzieht. Wie ein ungeladener Gast bedient er sich an den Vitaminen. Der Körper verpulvert die wichtigen Nährstoffe, um den Zucker für die Zellen unschädlich zu machen. Diese Nährstoffe fehlen den Haaren und lassen sie glanzlos wirken. Fingernägel werden spröde und brechen. Die Haut wird unrein, weil sie mit der Ausleitung überfordert ist. Ihr seid müde und abgeschlagen. Zucker macht krank. Wenn du Zucker zu dir nimmst, musst du einen Batzen mehr an Gemüsen und Salaten essen, um mit allen Mikronährstoffen versorgt zu sein.

Ein Teil des Zuckers, der mit der Nahrung aufgenommen wird, wird direkt verbraucht. Je nach dem, ob du dich viel bewegst und Sport machst oder eher mit dem Auto bis in die Kita fährst und lieber den Fahrstuhl als die Treppe nutzt.

Ein weiterer Teil wird in der Leber oder den Muskeln gespeichert. Bei Fructose, die auch meist in Agavendicksäften zu mehr als 80% enthalten ist, wird fast alles direkt in Fettdepots eingelagert und kann kaum für die Energiebereitstellung genutzt werden.

Alles was nicht verbraucht oder in der Leber gespeichert wird, bildet Fettgewebe. Der Zucker erschafft dicke Oberschenkel, fett Bäuche und wabbelige Hüften. Über die wird geschimpft, dabei ist der Zucker die Problemzone.

Halt! Hilfe! Stopp! - mein Körper braucht doch Zucker?!

Unsere Muskeln und auch das Gehirn arbeiten mit Zucker. Aber definitiv NICHT mit isolierten und chemisch hergestellten Zuckern. Den Zucker fürs Hirn und die Energie kannst du wunderbar aus Vollkornprodukten, Gemüsen und Früchten ziehen. Die Stärke von Kartoffeln zum Beispiel, wird bei der Verdauung in Zucker umgewandelt. Wenn du auf Torten verzichtest, fehlt es dir an nichts, außer dem hübsch gedeckten Kaffeetisch.

Von Kind an werden wir auf Zucker getrimmt:

  • Ein Eis nach dem Schwimmbadbesuch, um die positiven Effekte der Bewegung wieder kaputt zu machen.
  • Eine Naschtüte am Schulkiosk, um mit schlechterer Konzentration wieder zum Unterricht zurückzukehren.
  • Einen Schokopudding, wenn das Gemüse gegessen wurde, um alle Mineralstoffe des Gemüses möglichst schnell wieder zu verbrauchen.

Es gibt bekloppte Beispiele. Warum interessiert sich kaum jemand dafür? Ein sogenannter Softdrink ist kein softer Durstlöscher und ein abgepackter Fruchtjoghurt weit entfernt vom Obstsalat.

Umso wichtiger ist es, dass du es anders machst und deinen Kindern einen guten Umgang mit Zucker vorlebst. Ist schwierig mit dem Eis in der Hand zu sagen, dass Zucker Karies macht.

Je mehr wir wissen, desto leichter ist es, sich glücklich zu essen.

Kaum ein Fertigprodukt aus den Regalen der Supermärkte verzichtet auf die süchtig machende Süße. Das ist sinnvoll, damit wir dummen Verbraucher weiter essen und die Klappe halten. In Kaubonbons, Schokoladenkeksen, Limonaden und Lutschern erwarte ich Zucker und es ist leicht, ihn zu umgehen, wenn du es willst. Achte jedoch mal darauf, worin er noch verpackt ist:

Joghurt, Wurst, Gemüsebrühenpulver, Quark, Müsli, Babybreigläschen, Frühstücksflocken, Käse, Brot, Tütensuppen, Nudelsoßen, Tiefkühlgerichte, Brötchen, Getränke, Babybreipulver, Mikrowellengerichte, Dosenobst, Hamburger, … .

Welcher Zucker ist schlecht?

Es gibt verschiedene Arten von Zucker. Alle Kohlenhydrate werden im Körper in Zucker umgewandelt. Einzige Ausnahme sind die Ballaststoffe. Kohlenhydrate in ihrer ursprünglichen Form, kommen immer im Verbund mit anderen, nützlichen Stoffen zu Besuch. Gute Kohlenhydrate liefern in erster Linie Kartoffeln und Früchte. Meine zweite Option ist Getreide. Das schöne ist, dass du niemals alles sofort umstellen musst.

Isolierter Zucker zerstört deinen Körper und trägt viele Namen:

  • Haushaltszucker, Würfelzucker, Hagelzucker
  • Weißer Zucker
  • Kristallzucker
  • Raffinierter Zucker
  • Industriezucker
  • Einmachzucker, Gelierzucker
  • Rohrzucker
  • Glucose-Fructose Sirup
  • Vollrohrzucker
  • Stärkesirup
  • Vollzucker
  • Rohrohrzucker
  • Sirupe
  • Traubenzucker
  • Fruchtzucker
  • Dicksäfte
  • Milchzucker
  • Malzzucker
  • Karamell
  • Brauner Zucker
  • High-Fructose-Corn-Sirup (HFCS)
  • Kandiszucker
  • Puderzucker
  • Stärkesirup
  • Vanillezucker
  • Vanillinzucker
  • Invertzucker
  • Isoglucose
  • Demerara-Zucker
  • Kokosblütenzucker (wobei dieser wenigstens noch ein paar Mineralstoffe mitliefert)
  • ...

Ein Bio-Zucker ist genauso schädlich. Beim Verstoffwechseln von Zucker entsteht Essigsäure, so dass gesüßte Nahrung und Getränke zu einer Übersäuerung im naturheilkundlichen Sinn beitragen. Auf den Etiketten wird Zucker auch gern mit dem lateinischen Namen angegeben. Du erkennst ihn an der gleichen Endung wie Hirnlose: Glucose, Fructose, Saccharose, Maltose, Galactose, Lactose.. Glucose, Traubenzucker und Dextrose sind übrigens drei Begriffe für ein und denselben Zucker.

Ich habe auch den Weißmehlanteil auf meinem Speisezettel gemindert. Weißmehl wird vom Körper ebenfalls in Zucker verwandelt. In vielen Situationen kann es durch Vollkornmehl ersetzt werden, welches wenigstens zusätzliche Nährstoffe liefert. Weißmehl wird u.a. zu Pizzateig, Nudeln und zu Backwaren verarbeitet.

Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe sind für mich Auswüchse der Nahrungsmittelindustrie, die mir ungebremst an den Sitzhöckern vorbei gehen. Zum Süßen verwende ich getrocknete Früchte wie Datteln oder Aprikosen oder Mandelmus.

Die Vorteile von Zucker

Keine.

Du brauchst keinen Zucker.

Kannst du jetzt verstehen, dass ich sehr gut ohne Schokolade oder Käsekuchen leben kann? Ich habe beides gerne gegessen, weil es mir schmeckte. Mittlerweile ist es mir wichtiger, mich gesund, gut und vital zu fühlen.

Ich verzichte nicht, ich bereichere mich. Und wenn du das verstanden hast, ist es keine Strafe mehr, die Tafel Schokolade am Abend wegzulassen und eine neue, gesündere Feierabend-Belohnung zu suchen.

Am liebsten würde ich die ganze Welt missionieren, keinen Zucker mehr zu essen. Doch wie schöne Wahrheit ist: Es muss von Innen kommen.

Ich fühle mich frei damit.

Bist du noch zuckersüchtig?

Deine Kerstin

PS: Mittlerweile esse ich auch hin und wieder in Restaurants. Meistens ist es da unumgänglich gezuckerte Nahrung zu essen. Das gestatte ich mir. Ist das mein persönliches Spülwasser?

 PPS: Sollte mich eine Welle unbändiger Lust erreichen, würde ich mir ein Eis an der Eisdiele holen und es einfach essen. Ernährung ist keine Religion und kein Gesetz. Und die einzige, die mich dabei ertappen könnte, wäre ich selbst.