Was du tun kannst, wenn dein Kind kein Gemüse isst

Wenn Kinder kein Gemüse wollen

...liegt das oft an den Eltern.

Kinder bewusst an gesunde Ernährung heranzuführen, funktioniert nur, wenn die Eltern sich selbst gesund ernähren. Ohne die Vorbildfunktion läuft es nicht.

Kannst du dich noch erinnern, wovon du als Kind geträumt hast?

Vom Arbeiten als Tierärztin oder Feuerwehrmann, vom Wäsche bügeln und Auto fahren – wie die Erwachsenen.

Es ist hundert Mal wichtiger zu zeigen, was gut und besser ist, anstatt es Millionen Mal in Worten auszudrücken.

  • Fährst du Fahrrad ohne Helm?
  • Isst du Süßigkeiten vorm Fernseher?
  • Sprichst du nur gut über andere Menschen?

Deine Kinder werden es dir nachmachen.

Das gilt zumindest für Kinder bis zur Pubertät. In der Pubertät ist es den meisten Teenys wichtig genau das Gegenteil zu machen. Ein wichtiger Entwicklungsprozess, der allen einiges abverlangt.

Babys verweigern generell kein Gemüse. Wenn sie verweigern, dann nur einzelne Sorten oder die Zubereitungsart. Teste dich mit deinem Baby durch. Heute geht es um die Ernährung nach der Beikost. Dein Kind isst vorwiegend feste Nahrung und stillt nur noch gelegentlich oder zum Einschlafen, aber nicht unbedingt aus Hunger.

Du weißt wie wichtig es ist, dass dein Kind Gemüse, Früchte und Salate isst. Deshalb habe ich einige Tipps zusammen getragen, die dein Kind hoffentlich wieder an gesundes Essen heranführen. Falls dir noch weitere Tipps einfallen, teile ihn mit allen anderen in einem Kommentar unter diesem Beitrag.

13 Tipps für Gemüsemuffel (Kleinkinder ab etwa 2 Jahren bis zum Beginn der Pubertät)

1. Vorbildfunktion wie in der Einleitung beschrieben. Goldene Regel. Gilt auch für andere Bezugspersonen, Großeltern, Freunde,… je mehr mitmachen desto einfacher.

2. Ausprobieren und immer wieder anbieten. Testen von verschiedenen Konsistenzen. Viele Kinder mögen rohes Gemüse lieber, aber manche bevorzugen Suppen, Püree, gedämpftes Gemüse, Bratlinge, Aufläufe oder jedes Gemüse mit Tomatensoße.

3. Salate süßen. Viele Kinder lehnen Salate wegen dem herberen Geschmack ab. Geriebene Karotten mit Äpfeln schmecken süß. Blattsalate könne mit Dressings aus frisch gepresstem Orangensaft zubereitet werden. Schmeckt auch Erwachsenen.

4. Knabbereien ersetzen. Anstelle von Keksen für Zwischendurch Paprika- oder Gurkensticks schneiden. Sehr schnell sind Cocktailtomaten gewaschen. Selbst auch zugreifen.

5. Gemeinsamen Zubereiten der Speisen. Salz durch Stolz ersetzen: Eine selbstgekochte Gemüsesuppe schmeckt viel besser. Nimm dein Kind mit in die Küche so oft es dir möglich ist. Es kann nicht nur die Zutaten oder Utensilien anreichen. Traue deinem Kind etwas zu. Salat waschen, Gemüse zählen und in den Töpfen rühren. Probieren ist erlaubt und vor allem erwünscht.

6. Abwechslung. Beobachte dein Kind. Es gibt Kinder, die gern nur bestimmte Gemüsesorten mögen und es gibt Kinder, die sich schnell an Essen langweilen. Welcher Typ ist dein Kind? Bekommt es jeden Mittag ein Stück Gurke statt Salat oder braucht es Abwechslung? Mag es lieber süßes Gemüse wie Schwarzwurzeln, Kürbis oder Pastinaken? Oder lieber intensiven Rosenkohl?

7. Eigener Anbau. Wie spannend ist es im eigenen Garten Gemüse zu ernten. Oder die Kresse auf der Fensterbank. Kinder übernehmen gern Verantwortung. Mit etwas Unterstützung klappt das bestimmt.

8. Grüne Smoothies. Sie liefern grünes Blattgemüse im Überfluss. Super, wenn dein Kind sie mag. Vielleicht helfen Namen wie Grashüpfer, Piratenmix oder Einhorndrink, um die Smoothies interessanter zu machen.

9. Gemeinsames Einkaufen. Beim Bauern oder auf dem Markt – nicht im Supermarkt mit den ganzen industriell hergestellten Ablenkungen und Fallen. Oft gibt’s eine Karotte in die Hand oder einen Traktor zu bestaunen. Ermutige dein Kind dazu mit zu entscheiden, was auf den Tisch kommt: „Karotten oder Pastinaken?“.

10. Umbenennen. Manche Kinder lehnen das Essen sofort ab, wenn sie wittern, dass es gesund sein könnte. Heute gibt es kein Zucchini-Karotten- Gemüse mit Kartoffeln, sondern ein Wikinger-Abendessen oder ein Prinzessinnendinner.

11. Bunte Bilder. Der meistgenutzte erste Versuch: Gemüse auf dem Teller so herzallerliebst wie möglich anbieten. Zur Not muss Papa den lustigen Gemüseclown essen.

12. Weniger Tamtam. Ältere Kinder fallen auf solche Geschichten nicht mehr herein. Bei unserem Großen hilft am besten, einfach hinstellen. Mit Glück isst er, ansonsten wird die Nase gerümpft.

13. Gelassenheit. Essen sollte zu keiner Zeit Druck aufbauen. Tief durchatmen hilft dir als Mutter die Geduld zu behalten. Riskant wird es, wenn du dein Kind zum Essen von bestimmten Lebensmitteln zwingst. Druck erzeugt Gegendruck. Und den braucht am Esstisch niemand. Essen ist im besten Fall ein regelmäßiges Familienevent.

Je Jünger dein Kind ist, desto leichter wirst du mit den 13 Tipps Erfolg haben.

Dein Kind hat Recht: Gemüse schmeckt nicht

Der größte Gegenspieler von gesundem Essen ist Zucker. Es gibt große Unterschiede an Süßigkeiten. Genießt dein Kind herkömmliche Süßigkeiten aus Haushaltszucker und künstlichen Zutaten, schmeckt Gemüse oder natürliches Süße tatsächlich fad. Der Geschmackssinn verändert sich rasend schnell.

Hab‘ immer gesunde Naschereien zu Hause, dann fällt es leichter auf unnatürliches Naschzeug zu verzichten. Wenn du selbst auf Zucker verzichtest, wirst du nach wenigen Tagen ein neues Geschmackserlebnis erfahren. Es lohnt sich.

Das Getränk zu den Mahlzeiten und auch dazwischen ist Wasser. Fruchtsmoothies und gepresste Säfte sind Süßigkeiten. Ein gepresster Saft aus Orange und Grapefruit hat viel mehr zu bieten als Zucker oder gezuckerte Weingummis mit synthetischen Vitaminen, ist aber ebenfalls kein Durstlöscher.

Druck rausnehmen

Ich mache Fehler. Du machst Fehler. Eltern machen Fehler. Kinder machen Fehler. Nur so können wir wachsen.

Sei nicht streng zu dir selbst. Gehe in Ruhe die 13 Punkte für dich durch und hinterfrage das Motiv, warum dein Kind das Gemüse nicht isst.

  • Mag Papa Spinat?
  • Darf dein Kind mitentscheiden?
  • Gefällt das Essen optisch nicht?
  • Essen alle das gleiche?
  • Gibt es regelmäßig ungesunde Süßigkeiten?
  • Ist das Essen zu heiß oder zu kalt?
  • Darf dein Kind beim Kochen helfen?
  • Kannst du „Superheldenwasser“ kochen?
  • Muss dein Kind alleine essen?
  • Wird das Essen zur Erziehung?

Der Allround-Eltern-Tröster: Es ist nur eine Phase.

Abgedroschen, aber zutreffend.

In einer ganzheitlichen Ernährung haben Gemüse, Salate, Kräuter und Früchte einen hohen Stellenwert. Es ist absolut notwendig aus diesen Lebensmittelgruppen mehrmals täglich auszuwählen. Sie stellen die beste Basis für alle dar. Einschließlich Kinder, Schwangere, Stillende, Sportler, Ältere, Mütter, Übergewichtige, Kranke, Untergewichtige. Für jede Gruppe gibt es bessere und schlechtere Kombinationen. Ohne Gemüse und Salat schafft es auf Dauer niemand.

Mit Gemüse auf dem Familientisch stellst du sicher, dass jede einzelne Zelle des Körpers gesund bleibt und ihre Funktion erfüllt.

Dennoch haben auch meine Kinder Phasen, in denen sie wenig Gemüse essen wollen. Das dürfen sie auch, aber ich biete es weiter an und esse es auch weiter selbst. Wenn es kein Fokus-Thema ist, klappt es oft von ganz alleine.

Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe verleihen Schönheit von Innen. Viele Krankheiten entstehen aus falscher Ernährung oder werden von dieser stark begünstigt. Sei nicht dumm und kümmere dich früh genug um eine Ernährungsumstellung, wenn du weißt, dass du mehr „sündigst“, als du ausgleichen kannst.

Ich wünsche dir vitaminreiche Familientischgespräche,

Deine Kerstin