Ernährung beginnt mit der Schwangerschaft

Ernährung beginnt mit der Schwangerschaft

Die Ernährung deines Babys beginnt nicht mit dem Beginn der Beikost oder dem Stillen nach der Geburt. Bereits vorher versorgst du dein Kind über die Plazenta mit allem was es braucht. In der Schwangerschaft ist es noch viel wichtiger, dass du dich gesund ernährst.

Weiß jeder, aber manchmal ist es nicht so leicht getan wie gesagt:

a) Vielleicht kämpfst du mit Gelüsten auf Spaghetti Eis, Burger oder TK-Pizza?

b) Eventuell hast du gar keinen Appetit und bringst nur Suppe oder pures Weißbrot runter?

c) Oder bekommst du Würgereiz von stillem Wasser und brauchst immer Geschmack im Getränk?

Es ist unglaublich wie unterschiedlich eine Schwangerschaft empfunden wird und verläuft. Dann ist da noch das riesen Geschäft mit den Ängsten und Sorgen von Schwangeren zu machen. Von der Pharmaindustrie. Von Nahrungsergänzungsmittel-Herstellern. Von Frauenärzten und den IGEL Leistungen… .

Brauchst du als Schwangere Folsäure-Tabletten?

Folsäure heißt nur in der synthetischen Form und umgangssprachlich so. Die natürliche Form nennt sich Folat. Folat wird für unser Gehirn und Nervensystem, die Bildung von roten Blutkörperchen und unsere Immunabwehr benötigt. Für die Schwangerschaft entscheidend ist sie auch an der Zellteilung beteiligt und daher schon für den Versuch schwanger zu werden wichtig.

In der 4. Schwangerschaftswoche schließt sich das Neuralrohr des Embryos. Bei einem Folatmangel kann ein unvollständiger Verschluss zum offenen Rücken führen. Mit der üblichen Ernährung sind wir alle unterversorgt, weshalb flächendeckend allen Schwangeren oder Frauen mit Kinderwunsch Folsäuretabletten empfohlen werden. Der Bedarf an Folat wird mit 600µg pro Tag angegeben – für nicht Schwangere mit 400µg.

Hier einige Beispiele, was du zu dir nehmen kannst, um auf diese Zahl zu kommen:

  • 150g Feldsalat oder roher Spinat – 200

    µg


  • 400g Brokkoli oder Blumenkohl (schonend dampfgegart oder roh) – 400

    µ

    g
  • 50g Kichererbsen – 170

    µg


  • 50g Weiße Bohnen – 100

    µ

    g
  • 200ml frisch gepresster Orangensaft – 80

    µ

    g
  • 100g Avocado, Honigmelone, Mango oder Kiwi – 30

    µ

    g

Folat ist hitzeempfindlich, deshalb das Gemüse am besten roh als Smoothie, als Salat oder nur kurz dampfgegart zu dir nehmen.

Magst du trotzdem Folsäure in Tablettenform einnehmen, achte darauf ein Präparat ohne den Farbstoff E110 „Gelborange S“ zu erwischen. Dieser steht in Verdacht Konzentrationsstörungen und Hyperaktivität auszulösen und steht damit gegensätzlich zum Nutzen.

Steigert ein Smoothie aus rohem Salat die Toxoplasmose-Gefahr?

Auf Toxoplasmose wirst du zu Beginn der Schwangerschaft vom Frauenarzt getestet. Kamst du bereits mit dem Parasit in Berührung, bist du dagegen immun. Ansonsten gilt es auf rohe Produkte wie Tatar, medium oder rare Steak, etc. zu verzichten. Gemüse, auch die Salate und Zutaten für die Smoothies, müssen sehr gründlich von Erde befreit werden, damit kein Risiko mehr besteht. Und das Katzenklo sollte mit höchster Hygiene oder von einer anderen Person sauber gemacht werden.

Was ist mit der Listeriose?

Listerien können ebenfalls in rohem Fleisch und ungewaschenem Gemüse oder Obst vorkommen, aber häufiger auch in rohem Fisch, rohen Eiern und Rohmilchprodukten. Gemüse und Obst gründlich waschen, dann wird nichts passieren.

Brauchst du zusätzliches Jod in der Schwangerschaft?

Ist eine Unter- oder Überfunktion deiner Schilddrüse bekannt, muss der Jodbedarf von einem Endokrinologen individuell angepasst werden.

Für Frauen ohne Schilddrüsenauffälligkeiten kann ein Jodmangel als auch ein Jodüberschuss zum Problem werden. Die von der Schilddrüse mit Hilfe des Jods gebildeten Hormone sind an der Knochenbildung und der Gehirnentwicklung deines Babys beteiligt.

Ein Mangel kann zu Zwergenwuchs, Skelettmissbildungen und geistigen Entwicklungsstörungen führen. Ein Jodüberschüss kann bei der Mutter und beim Ungeborenen zu einer Schilddrüsenunterfunktion führen (Wolff-Chaikoff-Effekt).

Schwangere sollten 230-260µg Jod am Tag zu sich nehmen. Oft ist es nicht leicht den Wert zu ermitteln. Jod kann in folgenden Nahrungsmitteln vorkommen (meist über jodiertes Salz oder Futter):

  • Brot und Brötchen
  • Wurst und Fleischprodukte
  • Fertigessen im Allgemeinen
  • Seefisch aus Aquakulturen mit jodiertem Futter gemästet
  • Milch von mit Jod gefütterten Kühen (ist auch bei Bio erlaubt)
  • Mineralwasser (oft in Heilwässern)

Solltest du jodiertes Salz verwenden liegst du mit 5g am Tag schon bei etwa der Hälfte des Tagesbedarfs an Jod. Im Zweifel kann der Arzt mittels Urin deinen Jodstatus ermitteln.

Worauf du verzichten solltest, um dein Baby zu schützen.

Drogen. Auch legale Drogen wie Alkohol und Zigaretten sind absolut tabu. Medikamente müssen immer zwischen Risiko und Nutzen abgewogen werden. Dies in Absprache mit dem behandelnden Arzt. Hier kannst du auch selbst nach Wirkstoffen oder Medikamenten suchen: https://www.embryotox.de/wirkstoffe-auswahl.html

Kaffee, grüner oder schwarzer Tee (Koffein). Hier streiten sich die Studien enorm. Die Koffeinkonzentration im Blut des Kindes entspricht exakt jener der Mutter, da es direkt über die Plazenta weitergegeben wird. Ungeborene Babys können das Koffein nicht abbauen und werden stark belastet. Bist du extrem koffeinabhängig versuche unter 100mg Koffein am Tag zu bleiben. Das sind etwa 1 Tasse Kaffee oder 2 Tassen Tee. Ich drücke dir die Daumen, dass dir beim Gedanken an Kaffee schlecht wird und dein Körper sich und dein Baby von selbst davor schützt.

Du kannst vor Übelkeit nicht essen?

Gerade zu Beginn der Schwangerschaft kommt das oft vor. Die  Schwangerschaftsübelkeit könnte mit dem HCG zu tun haben. Das ist das Hormon, welches im Schwangerschaftstest gemessen wird.

Dein Wunderwerk Körper versorgt zu allererst dein ungeborenes Baby. Auch wenn du in den ersten Wochen abnimmst, bekommt dein Baby das Beste von allem. Eine Diät oder eine Entgiftungskur sind dennoch schädlich.

Sinnvoll ist in jedem Fall starke Blutzuckerspiegelschwankungen zu vermeiden. Lieber mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt essen, weniger isolierte Kohlenhydrate wie Nudeln und zuckriges. Hier ein paar Informationen zu meinem Ausstieg aus der Zuckerfalle: Zuckerfrei? Geht das wirklich?

Ansonsten kann ich nur sagen: Augen zu und durch – diese Zeit ist endlich.

In der ersten Schwangerschaft hatte ich es etwa eine Woche in Form von einem gefühltem Magen-Darm-Virus, in der zweiten kämpfte ich arbeitgeberfreundlich jeden Abend mit Übelkeit und Erbrechen bis etwa zur 20. Woche und jetzt in der dritten war mir schlecht und flau nach Lehrbuch bis zur 12. Woche.

Vielleicht hilft dir Entspannung und das Vermeiden von Stress. Wie wäre es mit einem gesunden Kräutertee als Ritual am Morgen oder Abend?

Du kannst dir in der Apotheke oder einem Kräuterladen einen Tee mischen lassen, der von Hebammen extra für die Schwangerschaft entwickelt wurde.

Lass dir die folgenden Zutaten zu gleichen Teilen (z.B. je 10g) mischen:

  • Brennnessel
  • Frauenmantel
  • Zinnkraut
  • Himbeerblätter
  • Johanniskraut
  • Melissenblätter
  • Schafgarbe

Heißhunger auf Schokolade?

Könnte ein Schrei nach Magnesium sein! In rohem Kakao steckt davon so einiges, in herkömmlicher Schokolade leider nicht.

Erhöhe deinen Magnesiumstatus mit Gemüse, Früchten, Nüssen, Samen und Hülsenfrüchten. Vielleicht lässt dann der Heißhunger auf Schokolade nach. Sofern nicht der enthaltene Zucker dein Freund ist.

Hand aufs Herz, die Gelüste können eine Schwangere schon ganz schön packen. Nimm sie an und schau, dass du sie wieder ausgleichst. Dagegen anzukämpfen, verstärkt das Gefühl oft auf lange Sicht. Dein Körper muss jetzt gigantisches leisten. Gönne ihm so viele Vitalstoffe aus frischem Gemüse, Salat, Obst, Kürbiskernen, Nüssen und Mandeln wie du kannst. Ich selbst habe mit natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln geschummelt, denn auch Ernährungsberaterinnen sind manchmal einfach schwanger.

Ich wünsche dir kugelige Familientischgespräche,

Deine Kerstin