Geschenke für Säuglinge und Babys

Was Säuglinge wirklich brauchen

Zur Geburt unseres Sohnes hätten wir anbauen können, um alle Geschenke zu verstauen. Vorwiegend bekamen wir Windeln, Gutscheine, Kleidung, Schnuller und Pflegeprodukte. Die Windeln hatten wir aufgebraucht, bevor ich auf die Idee kam diese näher anzuschauen. Monate später bekam unser Kleiner einen Ausschlag im Windelbereich. Es sah nicht wund, aber doch gerötet aus. Wir beobachteten das zwei Tage und besuchten dann unseren Kinderarzt. Diagnose: Windeldermatitis. Er legte uns ans Herz die Windelmarke zu wechseln und eine spezielle Creme gegen Pilze zu benutzen.

Es gibt Windeln, die sind mit einer Lotion versehen, die „Paraffinum liquidum“ enthält.

Mineralöl.

Laut Hersteller birgt das keine gesundheitlichen Risiken und sei alles auf Verträglichkeit getestet. Ich persönlich möchte mein Kind nicht in Mineralöl wickeln. Vor allem nicht, wenn es so viele mineralölfreie Windeln gibt. Ebenso verhält es sich leider mit den Pflegeprodukten von Feuchttüchern bis Körpercreme.

Würdest du dein Baby mit Mineralöl eincremen?

Auch in Wundschutzcreme, Wind- und Wetterbalsam, Gesichtscreme, Babyöl, Waschgel, Shampoo und Massage-Öl ist oft Mineralöl enthalten. Unser Baby kam mit der berühmten zarten Haut zur Welt. Auch ohne cremen oder wohl eher wegen dem bestimmten Nicht-cremen ist seine Haut immer noch wie hochwertige Seide. Ins Badewasser tropften wir manchmal etwas Öl. Die Hebamme empfahl uns, Muttermilch zu nehmen.

Die heilige Muttermilch

Sie wird oft als „heilig“ gehandelt. Stillen wird als etwas Besonderes dargestellt. Das ist Quatsch.

Stillen ist die natürliche Ernährung eines Säuglings. Ein Kalb trinkt Kuhmilch, ein Zicklein Ziegenmilch und ein Baby Frauenmilch. Stillen soll wieder normal werden, weil es normal ist.

Im gesamten ersten Lebensjahr ist Muttermilch das Hauptnahrungsmittel für dein Baby.

Stillen ist natürlich und in keiner Weise mit Säuglingsnahrung aus der Dose oder Schachtel zu vergleichen. Kursierende Listen mit den Vor- und Nachteilen des Stillens oder Flasche-Gebens sind im besten Fall humorvoll zu sehen.

Flasche geben heißt nicht gleichzeitig keine Muttermilch zu geben.

Meinen ersten Sohn habe ich die ersten drei Monate mit Zwiemilch ernährt. Das heißt er bekam Muttermilch und hin und wieder Pre-Milch. Beides über eine Magensonde. Er kam in der dreiunddreißigsten Schwangerschaftswoche zur Welt. Für fünf Wochen musste er in der Kinderklinik bleiben. Ich pumpte rund um die Uhr alle vier Stunden mit einer elektrischen Pumpe aus der Apotheke Milch ab. Zu anfangs floss sie, doch es wurde schnell weniger. Anlegen durfte ich nicht. Ich war damals traurig mein Frühchen nicht stillen zu können. Nach vier Monaten konnte ich keine Milch mehr abpumpen. Heute weiß ich, dass ich mehr Hilfe gebraucht hätte.

Denkst du, Pre-Milch sei eine optimale Ernährung für Babys? Dann hat die Werbung sich ausgezahlt.

Nah dran an der Muttermilch ist immer noch Ozeane weit entfernt.

Der Griff zum Pulver fällt heute leicht. Die Inhaltsstoffe werden hauptsächlich im Labor hergestellt, Kuhmilch ist mit Bestandteil. Hier ist ein detaillierter Vergleich, den du dir ansehen solltest: Vergleich Muttermilch und Formula

Mit meinem heutigen Wissen, hätte ich mich bei meinem ersten Sohn sofort an eine Stillberaterin gewendet. Rückwirkend bin ich mir 100%ig sicher, dass wir gestillt hätten, wenn ich mehr Unterstützung geholt hätte.

Mit dieser Erfahrung weiß ich, dass es nicht mit der Ernährung steht oder fällt, ob eine Mutter eine gute Bindung zum Kind hat. Wie sollte sonst eine Bindung an Papa, Oma, Opa oder andere nahe Bezugspersonen entstehen? Auch mit der Liebe hat es nichts zu tun. Wie ich mein Kind ernähre hat nichts mit Bindung, Liebe oder Erziehung zu tun. Aber sehr wohl mit der Gesundheit. Seelisch konnte ich das mit meinem zweiten Sohn, der ein absoluter Stilljunkie ist für mich wieder aufarbeiten. Mein Körper kann stillen. Wozu sind Brüste sonst da?

Die beste Ernährung ist die Muttermilch aus der Brust.

Die zweitbeste Ernährung ist abgepumpte Muttermilch aus einem Brusternährungsset, Becher, aus einer Flasche, mit dem Löffel oder einer Spritze.

Die drittbeste ist die Frauenmilch einer anderen Frau. Verziehst du bei diesem Gedanken das Gesicht? Und rührst dabei eventuell gleichzeitig die Milch einer Kuh in deiner Kaffeetasse?

Natürlich muss auf Hygiene geachtet werden. Und auch bei der Kuhmilch möchte ich nicht, dass die Kuh Medikamente, Drogen oder Alkohol zu sich genommen hat. Doch warum gibt es in Deutschland eine Samenbank, aber keine Muttermilchbank?

Wenn diese drei Möglichkeiten ausscheiden, kann als Notlösung minderwertige Pre-Nahrung, industriell hergestellte Säuglingsmilch, verwendet werden. Die Folgemilchen, 1er Nahrung, 2er Nahrung, Kindermilch und wie sie noch alle betitelt werden, sind überflüssig.

Die geschenkten Schnuller haben wir nicht benutzt. Ich wollte nicht, dass das Saugbedürfnis meines Sohnes mit einem Schnuller gedeckt wurde. Durch das Saugen wird der Brust signalisiert mehr Milch zu bilden. Es wäre für mich ein Eigentor gewesen, diese Bestellung mit einem künstlichen Sauger abzugeben.

Mein erster Sohn hat keinen Schnuller genommen. Er hatte dieses Saugbedürfnis nicht, da er erst über die Magensonde und dann mit einer Flasche ernährt wurde.

Es gibt so viele Dinge, die Säuglinge grundlegend nicht brauchen. Luxusdinge wie Laufstall, Stubenwagen, Wippe, usw.

3 Sinnvolle Luxusdinge für uns waren:

  1. Die Tragehilfe. Ich war zur Trageberatung und würde ein weiteres Kind auf jeden Fall im Tragetuch tragen wollen. Im Büro sage ich, sie ist ein MuFuG. So nennen wir die Multifunktionsgräte, die drucken, kopieren und scannen können. Ich liebe die Mei Tei. Sie hat uns von Anfang an unendlich viel Schlaf und Nähe geschenkt. Ich denke sogar, dass sie mir geholfen hat, so lange stillen zu können. Hin und wieder durfte auch der Papa ran. Für ihn wäre sicherlich eine andere Trage besser gewesen, da sich unsere Körperproportionen unterscheiden. Wir hatten eine Frl. Hübsch. Unsere Folgetrage ist die dick gepolsterte Huckepack Trage. Eine Trageberatung hilft, die Techniken zu erklären und die richtige Trage oder Bindetechnik für dich zu finden. Mit jetzt knapp zehn Kilo schwingen wir den Staubsauger mit dem Drachenreiter im Nacken.

  2. Der Kinderwagen. Auch wenn er bei uns dank der Trage erst seit dem sechsten Monat genutzt wird, ist er ein hilfreicher Mittagsschlaf-Helfer. Herrlich, wenn der Opa seine Runden dreht und ich mal ganz alleine Staubsaugen kann. Wie schnell das geht. Es hat so ein bisschen Nervenkitzel, wenn ich nicht weiß, ob ich dreißig Minuten oder drei Stunden Zeit habe, aber ich genieße es.

  3. Ein Babyphon ist praktisch. Nach dem Einschlafstillen zur Nacht, schleiche ich mich seit dem neunten Monat mit dem Empfängerteil aus dem Schlafzimmer. Auch wenn die Abende gezählt sind, an denen es länger als eine Stunde keinen Alarm schlägt. Wir benutzen eins mit Kamera, damit wir gleich die erste Bewegung mitbekommen. Zur Sicherheit haben wir noch eine Matratze auf der offenen Seite des Bettes liegen.

Alles was nicht in Geschenkpapier gehüllt werden kann

Die kostbarsten Geschenke, die du deinem Neugeborenem machen kannst, sind es bedingungslos zu lieben. Und ihm Geborgenheit, Muttermilch, deine Zeit und Nähe zu schenken.
Kuscheln ist wichtiger als putzen.

Was hat dir den Start oder das erste Jahr geholfen? Ich freue mich über ergänzende Kommentare.

Ich wünsche dir entspannte Familientischgespräche,

Deine Kerstin