Tödliches Salz?!

Wie viel Salz darf's sein?

Um deine Schwiegermutter mit Salz aus dem Verkehr zu ziehen, musst du herausfinden wie viel sie wiegt. Bei achtzig Kilo brauchst du zwischen 40 und 80 Gramm Kochsalz. Genauso unmoralisch wie solch eine Anleitung ist die Salzmenge, die uns die Nahrungsmittelindustrie ins Essen packt.

Die Tagesdosis für einen Erwachsenen liegt, je nach dem wen du fragst, bei drei bis fünf Gramm Salz pro Tag. Bei Kindern und Babys noch weit darunter:

Bis drei Jahre sollen maximal 2g Salz am Tag aufgenommen werden, Säuglinge noch weniger.

Wir benötigen Salz. Es enthält vor allem Natrium und Chlorid und unser Körper würde ohne diese beiden Stoffe nicht funktionieren.

Durch Fertigprodukte nehmen Erwachsene in Deutschland oft über zehn Gramm Salz am Tag zu sich. Und dabei geht es nicht nur um die gesalzenen Nüsse oder Chips vorm Fernseher:

Woher weiß ich wie viel Salz ein Nahrungsmittel enthält?

In naturbelassenem Gemüse steckt sehr wenig Salz und für uns Verbraucher ist es nicht zu messen. Auf die Nitratbelastung von Spinat & Co komme ich später zurück. Mit ausgewogenen Bio-Ernährung nimmst du weniger Salz zu dir, als mit Fertigprodukten.

Eine übliche Scheibe Brot hat ohne Belag ungefähr ein Gramm Salz. Bei industriell gefertigten Produkten wird oft der Natriumgehalt statt der Salzmenge angegeben. Das Natrium musst du mit 2,5 multiplizieren, um den Kochsalzgehalt zu berechnen. Zahlen sind nicht meine Welt, helfen hier aber die Inhaltsangaben besser zu verstehen. Hier ein Beispiel (natürlich schwanken die Werte je nach Sorte):

Natriumgehalt x 2,5 = Kochsalzmenge

100g Brot enthalten 0,8g Natrium: 0,8g x 2,5 = 2g
Je nach Größe des Brotes sind das zwei Scheiben. Ohne Belag!

Der häufigste Snack unter meinen befragten Eltern, den sie ihren Kindern zwischendurch oder unterwegs anbieten, sind Backwaren wie Brötchen, Brezeln und Co. Auch bei uns gibt es Brot und Brötchen. Ich habe auch schon Brötchen selbst gebacken. Sowie ich den Salzanteil aus den Rezepten reduziert habe, waren mein Jüngster und ich die einzigen Abnehmer. Wir sind schon den Salzgehalt vom Bäcker gewohnt.

Wenn du zu Backwaren greifst, gestalte die weiteren Speisen so salzarm wie möglich. Vor allem Fertigprodukte sind salzig, so dass du um selbst kochen nicht herum kommst. Zum Würzen empfehle ich frische Kräuter. Im Winter auch tiefgekühlt. Kräuter, Knoblauch, Zwiebeln und die meisten Gewürze können Kleinkinder meist gut vertragen. Für Beikoststarter bitte nur pure Lebensmittel.

Mit der durchschnittlichen, westlichen Ernährung und Lebensweise erhalten wir täglich mehr Salz, als gut für uns ist

Wird zu viel Salz gegessen, muss es mit Wasser wieder ausgespült werden. Dabei gehen viele andere Nährstoffe mit drauf. Zu viel Salz begünstigt Bluthochdruck. Zu niedriger Blutdruck kann durch einen Salzmangel entstehen. Salzmangel ist bei uns eine Rarität und kommt kaum vor.

Zugesetztes Salz versteckt sich u.a. in diesen Nahrungsmitteln:

  • Brot, Brötchen, Knabbergebäck, Chips
  • Pizza, Soßen, Tütensuppen, Gemüsebrühen-Pulver und allen anderen industriell hergestellten Fertigprodukte
  • Mineral- und Leitungswasser ca. 0,6 bis 500mg pro Liter
  • Käse, Frischkäse, Parmesan, …
  • Wurst, Streichwurst, Schinken, Speck
  • In geringeren Mengen auch in Kuchen, Keksen und Süßigkeiten

Machst du deine Tomatensoße saisonbedingt nicht aus frischen Tomaten, vergleiche die Zutatenliste der Fertigprodukte.

Bei uns in der Schublade fand ich zwei Tetra Packs.

Einmal passierte Tomaten mit Salz: 0,5g Salz in 100g.

Dann Tomaten Fruchtfleisch aus Stücken und Tomatensaft: 0,03g Salz in 100g.

Gab es heute schon Brot? Dann verwende ich das Fruchtfleisch. Beim Kochen verwende ich kein zusätzliches Salz. Meist brate ich Zwiebeln an und presse frischen Knoblauch für den Geschmack. Für Nudeln gebe ich gern Basilikum, für Pizza Oregano und für Gemüse Petersilie dran.

Welches Salz ist unbedenklich?

Salz besteht zum größten Teil aus Natriumchlorid. Die Zusammensetzung, Herstellung und Herkunft macht den Unterschied:

  1. Tafelsalz, Speisesalz, Kochsalz und Markensalz sind einigen Namen für das üblich verwendete Salz in Deutschland. Dieses wird fast in allen Fertigprodukten, Restaurants, Krankenhäusern und Kinderküchen verwendet. Das Kochsalz enthält zu mindestens einem Prozent Antiklumpmittel und oft isolierte, künstliche Spurenelemente und Vitamine. Die ursprünglich enthaltenden Mikronährstoffe, werden „gesäubert“, damit ein reinweißes Salz entsteht. Anschließend werden oft künstliche Jod- und Fluoridverbindungen, seltener auch Folsäure zugesetzt. Die Zugabe von getrockneten Kräutern ist Zweckgebunden. Ich würze lieber selbst mit einzelnen Zutaten.

  2. Naturbelassene Stein- und Kristallsalze bestehen zu drei Prozent aus natürlichen Mineralstoffen, Spurenelementen und Restfeuchte. Himalaya-Salz oder Hunza-Kristallsalz gehören ebenfalls zu dieser Kategorie. Steinsalze werden aus dem Urmeer gewonnen und ist daher frei von Umweltbelastungen. Kristallsalz ist eine Unterform von Steinsalz.

  3. Meersalz wird aus dem heutigen Meer gewonnen. Die steigende Verunreinigung der Meere spricht für sich. Eine naturbelassene Variante wird mit Sole gewaschen, sonnengetrocknet, gemahlen und verpackt. Das Fleur de Sel ist ein kostbares Meersalz, das besser für rohe Speisen verwendet wird.

Welches Salz landet ab sofort in deinem Salzstreuer?

Was mir nicht Wurst ist: Nitrate

Nitrit und Nitrosamine sind gesundheitsbedenklich. Beides wird aus Nitrat umgewandelt, welches allein ungiftig ist und nicht in deinen Salzstreuern zu finden ist. Nitrosamine gelten als Krebserregend. Nimm genügend Vitamin C zu dir.

Vitamin C verhindert die Bildung von Nitrosaminen.

Nitrit wird als Nitritpökelsalz in Fleisch und Wurstwaren und manchmal auch in Käse- und Fischprodukten zugesetzt. Ich habe noch keine Wurst gefunden, die ohne Nitrit hergestellt wurde. Deshalb kommt sie meinem Kleinkind nicht aufs Brot.

Hoch gefährlich ist Nitrit für Säuglinge unter sechs Monaten.

Das Nitrit stört die Funktion der roten Blutkörperchen. Diese sind vor allem für den Sauerstofftransport der Zellen zuständig. Bei einer Überdosierung mit Nitraten kann dein Baby ersticken. Das wird umgangssprachlich „Blausucht“ genannt, da sich Zunge und Lippen blau verfärben können. Nach sechs Monaten sollte der Körper in der Lage sein, die roten Blutkörperchen vor Nitrit zu schützen. Du weißt nun, weshalb es besonders wichtig ist das richtige Wasser für die Zubereitung von künstlicher Säuglingsmilch zu achten. Auch wenn du vor dem sechsten Monat mit Beikost beginnst, achte auf die Nitrate in den Zutaten und im Wasser.

Das Wasser muss weniger als 20mg Natrium pro Liter enthalten.

Die Nitratbelastung im Gemüse ist übrigens ein Problem der konventionellen Landwirtschaft. Vor allem wegen künstlichen Düngern gibt es immer wieder Schlagzeilen wegen zu hohen Nitratgehalten in Gemüsen. Gerne wird hier der Spinat zitiert. Ein Grund mehr, regional und Bioqualität  zu kaufen: Beim Bioanbau entstehen kaum Nitrate. Diese sind unbedenklich, solange sie in üblichen Mengen verspeist werden.

Erst bei einer Überforderung des Körpers durch zu große Mengen, können sie in Nitrit und Nitrosamine umgewandelt werden.

Und nur weil es Erwachsenen nicht nachgewiesen schadet, gesund sind stark raffinierte Salze nicht.

Lass deine Schwiegermutter nicht erfahren, was du bei der Einleitung dieses Beitrages gedacht hast. Es wird schwierig bis unmöglich sein, diese Salzmenge auf einmal in sie hineinzubekommen.

Meine Schwiegermutter kann aufatmen: Ich habe sie in der Einleitung nur als klischeebehaftetes Beispiel gewählt. Die Menge von 0,5 -1g Salz pro Kilo Körpergewicht (auf einmal eingenommen) führt zum Tod.

Ich freue mich, wenn du deinen Salzkonsum hinterfragst und wünsche dir wohldosierte Familientischgespräche,

Deine Kerstin